Rudolf Frierss & Söhne

Interview mit Andrea Frierss, Geschäftsführerin

Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist in Ihrem Unternehmen bereits gelebter Alltag. Was war der Anlass für Sie, Maßnahmen in diesem Bereich für Ihre Mitarbeiter/innen zu erarbeiten und umzusetzen?

Die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter/innen steht bei uns an erster Stelle. Wir vertreten die Philosophie, dass nur so eine angenehme Arbeitskultur entstehen und auch der Rahmen für ein produktives Miteinander geschaffen werden kann. Da sich unsere Mitarbeiter/innen in verschiedenen familiären Situationen befinden, sehen wir es als unsere Pflicht, auf deren individuelle Bedürfnisse einzugehen, um gemeinsam erfolgreich zu sein.

Unser Unternehmen steht für höchste Produktqualität und wir bekommen immer wieder Auszeichnungen dafür. Dieser hohe Standard muss auch mit dementsprechender hoher Servicequalität unseren Kund/innen präsentiert werden.  Unsere Mitarbeiter/innen sind daher der Schlüssel für unseren Erfolg. Als Familienunternehmen kennen wir die Herausforderungen von Beruf und Familie – wir möchten ein optimales Arbeitsklima und gute Arbeitsstrukturen bieten.

Seit Anbeginn haben wir eine 5-Tage-Woche und den fixen freien Sonntag – das wird von den Mitarbeiter/innen sehr geschätzt und angenommen. Familiäre Herausforderungen sind jedoch alltäglich und gegenwärtig. Wir wollten im Rahmen der Beratung mit Marion Lauchart weitere Maßnahmen erarbeiten, um als noch besserer Arbeitsgeber in der gehobenen Gastronomie aufzutreten.

Welche Maßnahmen haben Sie eingeführt?

Folgende Maßnahmen wurden in den vergangenen Monaten eingeführt:

Ausschreibungs- und Einstellungsentscheidungen werden in Zukunft etwas anders gestaltet, um weitere hochqualifizierte Mitarbeiter/innen im Betrieb begrüßen zu dürfen. Stabilität führt zu geringeren Kapazitätsproblemen, die bisher vom Stammpersonal ausgeglichen wurden.

Zur Verbesserung der Arbeitsstrukturen und Kommunikation werden in Zukunft regelmäßig Führungsteamsitzungen durchgeführt. Diese unterstützen die gemeinsame Erarbeitung von Maßnahmen für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Diese Teamsitzungen sollen auch zu weiteren Verbesserungen und Maßnahmen führen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu stärken.

Darüber hinaus wurden Strukturen verändert, um die Mitarbeiter/innen in einzelnen Bereichen besser zu unterstützen.

Wie haben Sie den Prozess gestartet und wer hat Sie dabei unterstützt?

Wir haben den Prozess mit Marion Lauchart dieses Jahr gestartet und dabei mit einzelnen Teams Maßnahmen entwickelt und bereits umgesetzt.

Die Implementierung von Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat auch Einfluss auf die Außenwirkung des Betriebes. Wie macht sich das in Ihrem Fall bemerkbar?

Wir hoffen sehr, dass die Mitarbeiter/innen ihre familiären Herausforderungen einerseits offen kommunizieren und andererseits besser damit umgehen können. Darüber hinaus möchten wir diese Maßnahmen und unseren Zugang zur „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ nach außen hin aktiv kommunizieren, um weitere wertvolle Mitarbeiter/innen einstellen zu dürfen.

Viele Klein- und Mittelbetriebe scheuen sich davor, einen Prozess zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie in ihrem Unternehmen zu starten, mit dem Argument, dass es aufgrund der Betriebsgröße schwierig umzusetzen ist. Wie war das bei Ihnen?

Wir hatten keine Schwierigkeiten, den Prozess zu starten. Es ist sehr wichtig, immer wieder am System zu arbeiten und das haben wir gemacht; das wollen wir auch in Zukunft regelmäßig weiterführen.

Studien belegen, dass Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter/innen steigen. Wie wirkt sich das konkret in Ihrem Unternehmen aus?

Die Maßnahmen wurden von den Mitarbeiter/innen gemeinsam mit der Geschäftsführung ausgearbeitet – dies führt unter anderem zu hoher Motivation.

Welche Empfehlung(en) möchten Sie Unternehmer/innen geben, die mit dem Thema noch ganz am Anfang stehen?

Sich die Zeit nehmen und den Prozess von externer Beratung begleiten lassen.