Autohaus Patterer

Interview mit Franz-Gerhard Patterer, Geschäftsführer und Eigentümer

Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist in Ihrem Unternehmen bereits gelebter Alltag. Was war der Anlass für Sie, Maßnahmen in diesem Bereich für Ihre Mitarbeiter/innen zu erarbeiten und umzusetzen?

Einen bestimmten Anlass hat es nicht gegeben. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist schon immer Teil unserer Unternehmenskultur, da wir ja selbst eine „Unternehmerfamilie“ in dritter Generation sind. Wir gehen seit jeher individuell auf die familiären Situationen unserer Mitarbeiter/innen ein und versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden, die für beide Seite passt.

Welche Maßnahmen haben Sie eingeführt?

Wir haben Gleitzeit- und Teilzeitmodelle eingeführt, um unseren Mitarbeiter/innen eine gewisse Flexibilität einzuräumen. Darüber hinaus haben wir uns bereits vor Jahren für eine 5-Tage-Woche entschieden.

Unsere Unternehmenswerte „verlässlich“ und „fair“ werden in allen Belangen gelebt, so auch hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie hinsichtlich der Gleichstellung von Frauen und Männern. Im Rahmen des Projektes ging es u.a. darum, diese Werthaltungen nach innen und nach außen noch mehr zu betonen. Im Mittelpunkt der Maßnahmen stehen unsere Mitarbeiter/innen als Respräsentant/innen unserer Unternehmenskultur.

Wie haben Sie den Prozess gestartet und wer hat Sie dabei unterstützt?

Grundsätzlich ist das ein laufender Prozess, der ständig angepasst und verbessert wird. Und jede/r Einzelne in unserem Unternehmen trägt dazu bei. Nur mit gegenseitiger Unterstützung ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich.

Gemeinsam mit unserer Beraterin haben wir im Projekt Lebenswelt.Beruf bei den Faktoren angesetzt, die uns als Arbeitgeber ausmachen und für die wir stehen. Darauf basierend haben wir Aktionspläne mit einem Fokus auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Gleichstellung entwickelt.

Die Implementierung von Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat auch Einfluss auf die Außenwirkung des Betriebes. Wie macht sich das in Ihrem Fall bemerkbar?

Wir haben viele Bewerbungen von Frauen und diese sind ja in der Regel diejenigen, die den Spagat zwischen Beruf und Familie schaffen müssen. Das ist für mich ein gutes Zeichen, dass wir auch von außen als familienfreundlicher Betrieb wahrgenommen werden. An unseren beiden Standorten in Hermagor und Kötschach arbeiten mehr als 15 Mütter und Familienväter. Sie alle sind unsere Botschafter/innen nach außen!

Viele Klein- und Mittelbetriebe scheuen sich davor, einen Prozess zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie in ihrem Unternehmen zu starten, mit dem Argument, dass es aufgrund der Betriebsgröße schwierig umzusetzen ist. Wie war das bei Ihnen?

Das hat meiner Meinung nach nicht unbedingt etwas mit der Betriebsgröße zu tun. Das ist viel eher eine Frage der Einstellung und Unternehmenskultur. Sich als Unternehmer mit dem Lebensumfeld seiner Mitarbeiter/innen auseinanderzusetzen, ist in jeder Betriebsgröße ratsam.

Studien belegen, dass Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter/innen steigen. Wie wirkt sich das konkret in Ihrem Unternehmen aus?

In unserem Unternehmen herrscht eine familiäre Atmosphäre. Wir haben flache Strukturen und legen sehr großen Wert auf die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter/innen. Das alles trägt maßgeblich zur Motivation und Zufriedenheit bei. Auch die Work-Life-Balance passt, weil wir geregelte Arbeitszeiten haben. Das Wochenende gehört bei uns der Familie

Welche Empfehlung(en) möchten Sie Unternehmer/innen geben, die mit dem Thema noch ganz am Anfang stehen?

Immer wieder ein offenes und ehrliches Gespräch mit seinen Mitarbeiter/innen suchen.