Tourismus- und Infrastruktur Dellach

Interview mit Sigrid Goldberger, MAS, kfm. Leitung

Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist in Ihrem Unternehmen bereits gelebter Alltag. Was war der Anlass für Sie, Maßnahmen in diesem Bereich für Ihre Mitarbeiter/innen zu erarbeiten und umzusetzen?

Das Leben ist Veränderung und betrifft im hohen Maße den Arbeitsplatz. Daher ist es notwendig, die Arbeitsprozesse und deren Inhalte an geänderte Situationen anzupassen. Eine Analyse des Ist-Zustandes sollte erstellt werden, um daraus neue Ideen und Impulse für das Wohlergehen der Mitarbeiter/innen am Arbeitsplatz zu erarbeiten.

Welche Maßnahmen haben Sie eingeführt?

Erarbeitung eines Organigramms zur besseren Transparenz der Zuständigkeiten

  • Erarbeitung von Arbeitsplatzbeschreibungen
  • Job-Sharing und Job-Erweiterung für bestimmte Arbeitsbereiche
  • Info-Veranstaltung über Zuständigkeitsbereiche / Arbeitsorganisation
  • Erarbeitung eines Leitfadens für Mitarbeiter/innen-Gespräche mit großem Augenmerk auf die Vereinbarkeit von Beruf & Familie
Wie haben Sie den Prozess gestartet und wer hat Sie dabei unterstützt?

Wir wurden durch unsere Lebenswelt.Beruf Beraterin hervorragend unterstützt. Der Prozess beinhaltete folgenden Ablauf:

  • Vorgespräch mit Beraterin
  • Interviews und Workshop mit Mitarbeitern/innen
  • Aufbereitung der Mitarbeitern/innen-Interviews und Ergebnisse
  • Erarbeitung der neuen Maßnahmen und Prozesse
  • Umsetzung der neuen Maßnahmen und Prozesse
  • Abschlussgespräch mit Beraterin
Die Implementierung von Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat auch Einfluss auf die Außenwirkung des Betriebes. Wie macht sich das in Ihrem Fall bemerkbar?

In jedem Betrieb ist der freundliche und respektvolle Umgang miteinander ein Erfolgsfaktor. Speziell im Tourismus wirkt sich die innere Balance eines Unternehmens unmittelbar auf unsere Kund/innen aus. Die Kund/innen spüren das Betriebsklima. Daher ist das Wohlergehen und das Engagement der Mitarbeiter/innen für das Unternehmen von größter Bedeutung. Anerkannte und wertgeschätzte Mitarbeiter/innen strahlen noch mehr Selbstvertrauen, Kompetenz und Freundlichkeit gegenüber Kolleg/innen und Kund/innen aus.

Viele Klein- und Mittelbetriebe scheuen sich davor, einen Prozess zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie in ihrem Unternehmen zu starten, mit dem Argument, dass es aufgrund der Betriebsgröße schwierig umzusetzen ist. Wie war das bei Ihnen?

Jede Verbesserung zur Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter/innen wirkt sich nachhaltig positiv auf das Unternehmen und somit auf seine Kund/innen aus. Die Betriebsgröße spielt hier keine Rolle.

Studien belegen, dass Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter/innen steigen. Wie wirkt sich das konkret in Ihrem Unternehmen aus?

Unsere Mitarbeiter/innen fühlen sich anerkannt und wertgeschätzt und sprechen Themen von sich aus an. Somit können Lösungen und neue Wege gemeinsam erarbeitet werden.

Welche Empfehlung(en) möchten Sie Unternehmer/innen geben, die mit dem Thema noch ganz am Anfang stehen?

Wir empfehlen, unbedingt das kostenlose Angebot des Projektes Lebenswelt.Beruf in Anspruch zu nehmen. Durch die externe, neutrale und professionelle Betreuung werden Themen gemeinsam mit den Mitarbeiter/innen thematisiert und Maßnahmen zur Umsetzung erarbeitet.